Diversität & Repräsentation.

Glossar

Hier erklären wir alle Begriffe, welche wir bei der Meldungs-Eingabe verwenden.

Rassismus

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR definiert Rassismus wie folgt: Vier Elemente sind für rassistische Ideologien charakteristisch:

  • Konstruktion und Betonung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen der Person, die Rassismus ausübt und des Opfers
  • Wertung dieser Unterschiede zum Nutzen der Person, die Rassismus ausübt und zum Schaden des Opfers
  • Verallgemeinerung und Verabsolutierung dieser Unterschiede
  • Legitimierung einer Aggression oder eines Privilegs
Nebst dieser engen Definition, die insbesondere den klassischen Rassismus in seiner biologistischen Prägung beschreibt, gibt es den Rassismusbegriff «im weiteren Sinne», der sich auf kulturelle, psychologische, soziale oder metaphysische Argumente abstützt. Vom Rassismus ist ferner die Rassendiskriminierung zu unterscheiden. Im Gegensatz zu Rassismus, der eine Ideologie oder geistige Haltung bezeichnet, versteht man unter Rassendiskriminierung eine konkrete Handlung, die eine als minderwertig bezeichnete Gruppe oder Einzelperson im realen Leben benachteiligt. Ersteres hat meistens verbale Diffamierung zur Folge, und diese dann konkrete Diskriminierung.

Grundsätzlich ist zu beobachten, dass die meisten Fälle rassistischer Diskriminierung in der Schweiz nicht ideologisch begründet sind. Sie basieren vielmehr auf Unwissen, diffusen Ängsten, Aggressionen, Vorurteilen und mangelndem Einfühlungsvermögen. Aber unabhängig davon, ob eine ideologische Bedeutung vorhanden ist oder nicht, geht es beim Einsatz gegen Rassismus zuallererst darum, anzuerkennen, dass es rassistische Diskriminierung gibt, und zwar auf struktureller, institutioneller wie individueller Ebene. Es gilt, die Verletzung, die Opfer derartiger Diskriminierungen erleiden, anzuerkennen.

fehlende ethnische & kulturelle Vielfalt

Der Oxford Dictionary beschreibt ethnische & kulturelle Vielfalt als „die Existenz verschiedener kultureller oder ethnischer Gruppen innerhalb einer Gesellschaft“. Mit anderen Worten: Es ist eine Population, in der alle Unterschiede vertreten sind.

Ableismus

Menschen mit Behinderung treffen im Alltag häufig auf Ableismus. Andere Leute begegnen ihnen dann mit bestimmten Vorannahmen, ohne die Personen direkt zu fragen. Zum Beispiel danach, was sie können oder nicht können. Wir erklären euch die Definition von Ableismus und wie du damit umgehen kannst.

Werden Menschen im Alltag auf ihre körperliche oder psychische Behinderung reduziert, spricht man in der Fachsprache von Ableismus. Genauer bedeutet Ableismus also, dass Menschen mit Behinderung von anderen Menschen ohne Behinderung auf die Merkmale reduziert werden, in denen sie sich vom vermeintlichen Normalzustand unterscheiden. Dies können zum Beispiel sichtbare oder unsichtbare Merkmale sein, also ein Rollstuhl oder eine geistige Behinderung. Von diesen Merkmalen wird anschließend, ohne vorher nachzufragen, beispielsweise darauf geschlossen, was die Person mit der Behinderung kann oder nicht kann oder wie sich die Person fühlt. Das ist eine Art von Diskriminierung. Diese Definition wurde von Aktion Mensch verfasst.

Sexismus

Die Brava-Organisation erklärt den Begriff Sexismus mit folgenden Worten: Sexismus umfasst die Zuschreibung von Eigenschaften basierend auf Geschlechtervorstellungen sowie die Diskriminierung von Menschen aufgrund von Geschlecht. Dadurch werden Menschen in ihrer freien Entfaltung gehindert. Sexismus kann alle Menschen betreffen, aber auch heute noch sind Frauen weltweit – und auch in der Schweiz – stärker betroffen.

Sexismus dient als Grundlage eines patriarchalen Systems, welches Menschen in zwei Geschlechter einteilt und hierarchisch ordnet. In diesem System wird Frauen eine untergeordnete Position zugeschrieben und Männern eine privilegierte, machtvolle Position. Sexismus durchdringt jeden Bereich der Gesellschaft und zeigt sich sowohl in alltäglichen Handlungen in Form sexistischer Witze oder Herabwürdigungen wie auch strukturell. Er ist tief in unserer Gesellschaft verankert, etwa in Arbeitswelt, Politik und Medien (sexistische Stereotype in der Werbung, geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Lohnungleichheit, ungleiche Verteilung der unbezahlten Arbeit, Untervertretung von Frauen in der Politik und in Entscheidungspositionen).

In weiten Teilen der Gesellschaft hält sich hartnäckig die Vorstellung, es gebe nur zwei Geschlechter und diese seien von Natur aus unterschiedlich. Dabei wird Männlichkeit auf- und Weiblichkeit abgewertet, was die Diskriminierung von Frauen legitimiert.

Wir kritisieren Vorstellungen und Bilder davon, wie sich ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen aufgrund von Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung zu verhalten hat. Erlebte Diskriminierung ist keine Erfahrung von Einzelpersonen, sondern hat System und trifft alle, die die gesellschaftlichen Vorstellungen nicht erfüllen.

Sexismus steht mit anderen Formen von Diskriminierung in Wechselwirkung. So machen Women of Color andere Sexismuserfahrungen als weisse Frauen, Frauen mit Behinderung andere als Frauen ohne Behinderung.

Queerfeindlichkeit

Das Queer-Lexikon beschreibt Queerfeindlichkeit folgendermassen:

Queerfeindlichkeit ist die Diskriminierung von queeren Menschen. Sie zeigt sich z.B. durch Ablehnung, Wut, Intoleranz, Vorurteile, Unbehagen oder körperliche bzw. psychische Gewalt. Queerfeindlichkeit kann aber auch nicht queere Menschen treffen, die als queer wahrgenommen werden oder die (scheinbar) von den gesellschaftlichen Regeln und Normen zu Sexualität und Geschlecht abweichen.

Internalisierte Queerfeindlichkeit beschreibt, dass Queerfeindlichkeit gegen die eigene Queerness und damit gegen sich selbst gerichtet ist. Dies passiert oft in einer queerfeindlichen Umgebung und/oder vor dem eigenen inneren Coming out.

Bedienen von Stereotypen

Definition:

Stereotypisierung ist ein kognitiver Prozess, bei dem Einzelpersonen aufgrund von Merkmalen wie Geschlecht, Rasse, Religion oder körperlichen Merkmalen Annahmen über eine Person oder Gruppe treffen. Dabei geht es darum, bestimmte Merkmale auf eine ganze Gruppe zu verallgemeinern, was zu festen und übermässig verallgemeinerten Überzeugungen führt.

Positive Stereotypisierung:

Positive Stereotype sind weniger offensichtlich und zielen möglicherweise nicht darauf ab, der betroffenen Gruppe zu schaden. Sie können jedoch dennoch negative Folgen haben, indem sie Druck erzeugen, sich dem Stereotyp anzupassen.

Beispiele für positive Stereotypisierung:

Beispiele hierfür sind die Überzeugung, dass bestimmte ethnische Gruppen in bestimmten Disziplinen hervorragende Leistungen erbringen oder dass Personen mit einem bestimmten Hintergrund in bestimmten Bereichen über überlegene Fähigkeiten verfügen.

Heteronormativität

Wikipedia trifft's auf den Punkt: Heteronormativität ist eine Weltanschauung, die die Heterosexualität, Monogamie und Cisgeschlechtlichkeit als soziale Norm postuliert. Alle anderen menschlichen Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten werden unterrepräsentiert, verschwiegen, bis hin zu pathologisiert.

Es wird stillschweigend angenommen, dass alle Menschen "natürlich" heterosexuell seien, und dass die Heterosexualität anderen Sexualitäten wie Bisexualität oder Homosexualität überlegen sei. Außerdem wird eine binäre Geschlechterordnung angenommen, also eine duale Einteilung in Mann und Frau, in der das anatomische/biologische Geschlecht mit Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung gleichgesetzt wird. Es wird stillschweigend angenommen, dass alle Menschen "natürlich" cisgeschlechtlich seien, und dass die Cisgeschlechtlichkeit anderen Geschlechtsidentitäten wie Transgeschlechtlichkeit oder Nonbinarität überlegen sei.

Heteronormativität ist eine Form von und eine Basis für Queerfeindlichkeit, Homophobie und andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Der Begriff ist zentral in der Queer-Theorie, die die Naturalisierung und Privilegierung von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit in Frage stellt. Das Pendant zur Heteronormativität bezüglich der Geschlechter ist der Androzentrismus.

binäre Geschlechterrollen

100% Mensch erklärt den Begriff binäre Geschlechterrollen: Unsere westliche Gesellschaft geht überwiegend davon aus, dass Geschlecht ein binäres System ist. Binär steht für „zweiteilig“ und reduziert auf nur zwei Geschlechter: männlich und weiblich. Sämtliche anderen Geschlechter werden als Abweichung von der (binären) Norm betrachtet und abgewertet.

Dieses strikt zweigeteilte System ist ein religiös und kulturell geprägtes Konstrukt, das gesellschaftliche Erwartungen an „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ aufbaut. Aus diesen Erwartungen entstehen klare Geschlechterrollen – wer diese nicht einhält, ist oft negativen Konsequenzen und Anfeindungen ausgesetzt.